In einem Land vor unserer Zeit – wie eine „Grippe“ die Welt zum stehen brachte

2020 wird besser – 2020 wird mein Jahr – 2020 wird alles anders.

Zumindest mit letzterem behielten wir in gewisser Weise recht. Wie ich so gerne in den letzten Tagen zu sagen pflege: „Verrückte Zeiten in denen wir hier leben“ und ich denke, ich muss kaum jemandem erklären, inwiefern unser Jahr 2020 vom Wege abgekommen ist. Ja, dieses Jahr hatte uns wirklich anders erwischt – anders als wir es geplant hatten, anders als wir es uns gewünscht hätten, anders als wir es erwartet hatten.

Da kommt so ein Virus daher, und auf einmal bekommt der Planet eine Verschnaufpause. Ist es nicht unglaublich, auf was plötzlich so alles verzichtet werden kann und wie schnell die Gesellschaft um einen herum geerdet wird? Klar nicht besonders freiwillig, aber irgendwie auch mit mehr Eigenintiative als erwartet.  Höher, schneller, weiter – heute nicht mehr. Dafür zählen jetzt Solidarität, Nächstenliebe, den Drang etwas zu bewegen und nachhaltig zu verbessern, Teil der Gemeinschaft zu sein. Es ist, als hätte jemand irgendwie die Pausetaste gedrückt, die Köpfe der (meisten) Menschen umgepolt und dann das Ganze auf slow motion weiterlaufen lassen. Ausnahmezustand, ohne Vorwarnung. Man kommt mehr zum Nachdenken, besinnt sich. Reflektiert den ganzen Wahnsinn. Braucht keine Angst zu haben, durch das Innehalten irgendwas zu verpassen denn es findet ja absolut nichts statt. Man erkennt, welche Dinge wirklich für einen wichtig sind. Dinge, die man im täglichen Hamsterrad viel zu schnell aus den Augen verloren hat. Die man nicht mehr komplett aus den Augen verlieren sollte, auch wenn die Welt sich wieder schneller dreht. Es sind Dinge wie Familie und Freunde, die eigene Gesundheit und auch die derjenigen, die einem wichtig sind. Verrückte Zeiten in denen wir hier leben, nicht wahr?

Wie auch bereits Tommi Schmidt, vom Duo „Gemischtes Hack“ sich zugestehen musste (by the way: an dieser Stelle möchte ich kurz eine Podcastempfehlung aussprechen!), muss auch ich Ehrlichkeit walten lassen und mich bei denjenigen entschuldigen, die ich noch vor einigen Wochen nicht wirklich ernst genommen und mit scharfer Ironie als „Schwarzmaler“ bezeichnet hatte.

„Ach, das Ganze ist doch nur ein kleiner Virus, aufgebauscht durch die Medien. Ich arbeite im Marketing, ich weiß was dahinter steckt.“ Ja, ja.

Leichtsinnig und naiv war ich der vollen Überzeugung, dass dieses Virus niemals bei uns innehalten würden, ging weiterhin fröhlich in die Stadt einkaufen, mischte mich mit Freunden unter Menschenmengen und plante euphorisch Festivals, Konzerte und Städtetrips – und zack… da waren sie, die ersten 5 Infizierte in Deutschland. Mittlerweile sind wir bei rund 120.000 gemeldete Infizierte, davon knapp 6.000 Infizierte alleine nur in Hamburg. Mein komplettes Unternehmen arbeitete mehrere Wochen im Homeoffice, die Hälfte meiner Freunde ist nun arbeitslos oder auf Kurzarbeit angemeldet und raus gehe ich nur noch 1x die Woche, für meinen Wocheneinkauf – und das auch nur mit Einweghandschuhen an den Händen und einer leichten bis mittelschweren Panikattacke im Nacken – und nein, damit meine ich sicherlich nicht nur ein bildliches Stilmittel. Verrückte Zeiten in denen wir hier leben, nicht wahr?

Doch was ist, wenn 2020 nicht unser schlimmstes Jahr wird, sondern sich als das Beste entpuppt, was uns in der heutigen Zeit passieren konnte? Ein völliger Neuanfang, ein Reset, das genau im richtigen Moment uns zwang aus unserem stressvollen, nicht nachsichtigen Alltag auszubrechen und die Menschen und Umwelt um uns herum wieder bewusster wahrzunehmen?

Aus diesen Gründen habe ich ein Rezept bestehend aus 5 Zutaten, die wir jetzt benötigen um diese Krise besonnen und gestärkt zu meistern, zusammengestellt.

1. Positive Perspektive

Als ich vor einiger Zeit ein intensives Gespräch mit meiner Oma hatte, die mir von ihrer Jugend im Krieg erzählte, drängte sich mir eine Frage auf: Denken Menschen in Extremsituationen positiver als wenn das Leben glücklich und friedlich vor sich dahinplätschert?Ich reflektiere und stelle fest, dass auch ich in den schweren Zeiten meines Lebens hauptsächlich positiv dachte. Natürlich hatte ich damals große Ängste, die teilweise in Verzweiflung mündeten, aber irgendwo tief in mir drinnen war dennoch ein Funken Hoffnung und das Bild einer wunderbaren Zukunft. Womöglich ein Überlebensinstinkt? Denn wenn wir das Bild unserer positiven Zukunft in Krisenzeiten nicht vor Augen hätten, würde uns wohl der lebensnotwendige Antrieb fehlen.Tipp: Also los! Beginn heute damit deine positive Zukunft zu kreieren.

Was sind deine Ziele und Wünsche in den nächsten drei Jahren?

Wie möchtest du aus dieser Krise hervorgehen?

Was willst du in deinem Leben verändern?

Was möchtest du noch unbedingt erleben?

2. Soziale Kontakte

Soziale Kontakte und Beziehungen sind einer der wichtigsten Faktoren des menschlichen Glücks. Aktuell können viele von uns aufgrund von Corona ihre Liebsten nicht treffen. Aber es gibt diverse Optionen, wie zum Beispiel Skype, oder WhatsApp-Video, die es uns ermöglichen dennoch Kontakt zu halten, uns in die Augen zu schauen und gute Gespräche zu führen. Sogar Gruppenschaltungen bis zu vier Personen sind mittlerweile via Whats app möglich.

Tipp: Zuhause lässt man sich schnell von Müdigkeit, Haushalt oder Antriebslosigkeit vereinnahmen. Ich empfehle dennoch mindestens alle zwei Tage ein tiefes Gespräch zu führen. Dadurch wird das Gefühl von Verbundenheit in uns gestärkt, was für unsere Seele wie feinste Nahrung ist.

3. Sinnvolle Beschäftigungen

Wann fühlst du dich abends vor dem Schlafengehen besonders gut? Erinnere dich kurz zurück bevor ich die Frage beantworte. In der Regel fühlen wir uns dann besonders wohl, wenn wir tagsüber produktiv waren und sinnvolle oder schöne Dinge verrichtet haben. Wenn unser Tag hingegen nur aus Trödelei bestanden hat, sind wir meist sehr unzufrieden mit uns selbst. Das bedeutet natürlich nicht, dass Auszeiten, Chillen und Nichtstun ganz vom Stundenplan gestrichen werden sollten. Denn auch das ist ein wichtiger Faktor für unser Glück. Und dennoch bleibt den meisten von uns aktuell wesentlich mehr Zeit zuhause als vor der Corona Krise. 

4. Vertrauen

Nichts ist entspannender als loszulassen und darauf zu vertrauen, dass alles gut wird. Vor allem dann, wenn wir die Dinge gar nicht oder nur marginal beeinflussen können. Jeder unserer Gedanken ist pure Energie. Wenn wir diese fortwährend in negative Dinge investieren, die wir nicht beeinflussen können, werden wir bald müde, ausgelaugt und energielos. Deshalb ist loslassen und den Menschen, die rund um uns gerade ihr Bestes tun, zu vertrauen, jetzt wesentlich effizienter. Ich für meinen Teil vertraue unserem Land und unserer Gesellschaft und bin gewiss, dass wir in einiger Zeit stolz darauf zurückblicken können wie und vorallem wie gut wir diese Krise gemeinsam gemeistert haben.

5. „Focus on the good“

In der Regel tendieren wir Menschen dazu uns auf das Negative zu fokussieren. Dieser Hang ist evolutionsbedingt. In der Steinzeit mussten wir uns vor Gefahren schützen, flüchten und kämpfen, um zu überleben. Deshalb ist es unser Gehirn gewöhnt auf Negatives vielfach stärker als auf Positives zu reagieren. Und obwohl Corona ein Schreckgespenst ist, das aktuell für viele vor allem ältere und kranke Personen eine deutliche Gefahr darstellt, geschieht dadurch auch viel Positives.Denkt an den Zusammenhalt, an die Klimaschonung und an die Mehr-Zeit, die man für sich selbst oder die Familie hat. Auch die positiven Fakten sollte man beachten.

Tipp: Greif zu Stift und Papier und notiere dir alle positiven Dingen, die Corona und die aktuellen Maßnahme bei dir bisher bewirkt haben.

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